Grundsätzlich zählen deren Einkünfte zu denen aus freiberuflicher Tätigkeit. Das gilt ebenfalls, wenn der Praxisinhaber „fachlich vorgebildete Arbeitskräfte“, also auch einen weiteren Arzt beschäftigt. Allerdings muss er dabei leitend und eigenverantwortlich agieren, denn er gilt nur dann noch als freiberuflich tätig, wenn er persönlich wesentliche Teile der ärztlichen Leistung am Patienten selbst erbringt. Eine gelegentliche Kontrolle gilt laut BFH als nicht ausreichend.

Im konkreten Fall führten zwei Ärzte als GbR gemeinsam eine Praxis. Eine weitere Ärztin erbrachte für diese eigenverantwortliche Leistungen gegen Honorar, ohne der GbR selbst anzugehören. Ihre Leistung wurde weder durch die Ärzte der GbR überwacht, noch wirkten diese bei der Behandlung von deren Patienten mit.

Aufgrund der somit fehlenden Eigenverantwortlichkeit der Gesellschafter bewertete das BFH die Tätigkeit der GbR als nicht im vollen Umfang freiberuflich. Die Einkünfte der Ärzte-GbR wurden entsprechend als solche aus Gewerbebetrieb eingestuft.

Unser Tipp: Um derartige gewerbliche Abfärbung innerhalb einer ärztlichen Freiberufler-GbR zu vermeiden, sollte das eigenverantwortliche Handeln der Gesellschafter stets gewährleistet sein und bereits in Dienstverträgen und Auftragsbedingungen fixiert werden. Nur so kann der entsprechende Status unterstrichen werden und so das Entrichten von Gewerbesteuer abgewendet werden.